Analoges Röntgen vor dem Aus: was das für Ihre Zahnarzt­praxis bedeutet


Analoges Röntgen vor dem Aus: was das für Ihre Zahnarzt­praxis bedeutet



Warum der Röntgenfilm verschwindet und weshalb Abwarten Ihr teuerstes Szenario ist

Die Grundlage dieser Technik – der Röntgenfilm selbst – wird zum Auslaufmodell. Die großen Hersteller haben sich bereits aus der Produktion intraoraler Röntgenfilme zurückgezogen. Filmmaterial, das heute noch verkauft wird, stammt vor allem aus Restbeständen und einer schrumpfenden Zahl anderer Quellen.


Bitte beachten Sie:

Wer jetzt auf Vorrat kauft, gewinnt nur begrenzt Zeit. Ein Röntgenfilm ist ein fotochemisches Produkt mit Verfallsdatum – er altert, verliert an Qualität und lässt sich nicht beliebig lange einlagern. Ihn einzulagern, ist daher keine Lösung.



In diesem Beitrag erfahren Sie, warum der Röntgenfilm verschwindet, welche versteckten Abhängigkeiten am analogen Röntgen hängen und welche Optionen Ihre Praxis hat, um weiterhin handlungsfähig zu bleiben.



Warum wird der Röntgenfilm nicht mehr produziert?

Der Rückzug des Films kam nicht plötzlich; es ist das Ende einer langen Entwicklung. Mit der flächendeckenden Verbreitung digitaler Bildgebung und der damit verbundenen Vorteile ist die Nachfrage nach fotochemischem Film über die Jahre drastisch gesunken. Namhafte Hersteller wie Agfa, Fuji und Eastman Kodak haben sich in der Folge aus der Produktion intraoraler Röntgenfilme zurückgezogen. Die Fertigung konzentrierte sich zum Schluss auf sehr wenige verbliebene Anbieter. Für Praxen ist das ein doppeltes Risiko: Zum einen wird das Angebot immer schmaler, zum anderen hängt die Versorgung an einer schrumpfenden Lieferkette. Ein Markt, der sich strukturell zurückzieht, wächst nicht wieder.





Ein Produktfoto eines Carestream Roentgenfilms

Standard-Röntgenfilm von Carestream



Das Hauptproblem: Filmmaterial lässt sich nicht dauerhaft einlagern

Viele Praxen kaufen nach, solange es noch geht. Das verschafft Luft, löst das Problem aber nicht. Denn Röntgenfilm unterliegt denselben Gesetzmäßigkeiten wie jedes andere fotografische Material: der Film trägt ein Haltbarkeitsdatum und muss kühl, trocken gelagert, und vor Strahlung geschützt werden. Mit zunehmendem Alter leiden Kontrast und Bildqualität, bis zu dem Punkt, an dem eine diagnostisch verwertbare Aufnahme nicht mehr sicher gelingt. Daher gilt: Wer heute auf Masse einkauft, verlagert das Problem lediglich um ein bis zwei Jahre.



Die versteckten Abhängigkeiten des analogen Workflows

Der gesamte analoge Ablauf ist eine Kette voneinander abhängiger Komponenten. Jedes einzelne Glied kann zum Engpass werden.

Filmnachschub

Die offensichtlichste Abhängigkeit: Ohne Film keine Aufnahme. Bricht die Versorgung ab oder wird ein gewohntes Produkt eingestellt, steht die bildgebende Diagnostik in der Praxis. Und sollten Sie doch Ersatzmaterial erhalten, wird es teuer: In diesem Fall muss ein Sachverständiger kommen, da dieser Wechsel eine wesentliche Änderung des bildgebenden Systems darstellt.

Entwicklerchemie und Fixierer

Auch die Verarbeitungschemie ist betroffen. Entwickler und Fixierer werden im selben Zug seltener und teurer. Ein Film ohne passende, frische Chemie ist wertlos.

Entwicklungsmaschine, Dunkelkammer und Ersatzteile

Entwicklungsautomaten und die zugehörige Technik sind in die Jahre gekommen. Ersatzteile und Service werden für auslaufende Gerätegenerationen zunehmend schwer beschaffbar. Ein Defekt, der früher eine Routinereparatur war, kann so zum vorzeitigen Aus für die gesamte analoge Linie werden.

Konstanzprüfung und Strahlenschutz-Dokumentation

Der analoge Prozess bringt zahlreiche Fehlerquellen mit – Chemie, Temperatur, Entwicklungszeit, Filmlagerung. Entsprechend aufwendig sind Konstanzprüfung und Dokumentation nach den Vorgaben des Strahlenschutzes. Jede zusätzliche Variable ist eine potenzielle Beanstandung.

DSGVO-konforme Entsorgung

Belichtete Filme enthalten personenbezogene Patientendaten und zugleich wertvolle Rohstoffe wie Silber. Nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen (in der Regel mindestens zehn Jahre, bei Minderjährigen länger) müssen sie datenschutzkonform entsorgt werden. Das analoge Archiv ist damit nicht nur ein Platz-, sondern auch ein Datenschutzthema.


Daraus ergeben sich verschiedene Kostenfaktoren, die Sie beim analogen Röntgen im Blick haben müssen:

  • wöchentlicher Zeitaufwand für die Prüfung der Filmentwicklung
  • Zeitfaktor im täglichen Praxisbetrieb bei der Entwicklung der Filme (ca. 3 bis 5 min bei Zahnfilmaufnahmen, ca. 6 bis 8 min für Panoramaaufnahmen)
  • Entsorgungskosten für die Chemie
  • Lagerungskosten für die Filme
  • Lagerungskosten für die Patientenaufnahmen selbst
  • Entsorgung alten Bildmaterials ist teuer, weil Sondermüll
  • und ganz wichtig: ein Versand analoger Aufnahmen per Telematik ist nicht möglich

Was bedeutet das konkret für Ihre Praxis?

Die bildgebende Diagnostik ist kein Nebenschauplatz. Eine Praxis, die von heute auf morgen nicht mehr röntgen kann, weil Film und Chemie fehlen oder der Entwickler streikt, verliert einen wesentlichen Teil ihrer Handlungsfähigkeit. Das Tückische: Der Engpass kündigt sich nicht höflich an. Er trifft die Praxis dann, wenn die letzte Packung leer ist oder die Maschine ausfällt – ungeplant, unter Zeitdruck und ohne Alternative. Wer die Umstellung aus einer Position der Ruhe angeht, entscheidet selbst über Zeitpunkt, System und Budget.




Win Monitor und Grafiken, die digitales Röntgen symbolisieren

Digitales Röntgen schafft Flexibilität und spart jede Menge Zeit



Der Weg nach vorn: digitales Röntgen

Die Umstellung ist keine Notoperation, sondern ein planbarer Schritt. Beim digitalen Röntgen wird der Film durch einen Sensor oder eine Speicherfolie ersetzt. Das Bild landet direkt am Rechner, ohne Wartezeit. Zwei Wege stehen offen:

  • Speicherfolien ersetzen den Film im gewohnten Ablauf und lassen sich häufig auch mit einer bestehenden Röntgeneinheit kombinieren. Sie sind flexibel in den Formaten und ein sanfter Einstieg in die digitale Welt.
  • Sensoren liefern das Bild in Echtzeit an den Bildschirm – ideal für einen durchgängig digitalen, schnellen Workflow.

Die Vorteile gehen weit über den Ersatz des Films hinaus:

  • Keine Verbrauchsmaterialien mehr: Film, Entwickler und Fixierer entfallen, und mit ihnen die laufenden Kosten Monat für Monat.
  • Kein Verwurf durch abgelaufene Filme, keine kostenpflichtige Entsorgung der Chemie.
  • Geringere Strahlenbelastung für Ihre Patientinnen und Patienten.
  • Bild sofort am Monitor, ohne Entwicklung und Wartezeit.
  • Einfachere Konstanzprüfung, weil die chemischen Fehlerquellen wegfallen.
  • Platzsparende digitale Archivierung statt Filmarchiv. N
  • ahtlose Einbindung in Praxissoftware und Telematikinfrastruktur.
  • Bilder verlustfrei speichern, vergrößern und sicher an mitbehandelnde Kollegen weitergeben.

Wir von S&N medical begleiten Zahnarztpraxen bei diesem Schritt. Welches System zu Ihrer Praxis passt, hängt von Ihren Abläufen, Ihrer vorhandenen Technik und Ihren Zielen ab.



FAQ: Röntgenfilm und Umstieg auf Digital

Klicken Sie einfach auf die entsprechende Frage, um die Antwort zu sehen.

Kann ich aktuell noch Röntgenfilme kaufen?

Ja, in begrenztem Umfang sind intraorale Röntgenfilme derzeit noch erhältlich. Die Zahl der Hersteller ist jedoch stark geschrumpft, und die Versorgung stützt sich zunehmend auf Restbestände. Verlässlich planbar ist sie langfristig nicht.

Wie lange sind Röntgenfilme haltbar?

Röntgenfilm ist ein fotochemisches Produkt mit Verfallsdatum. Es muss kühl, trocken und strahlungsgeschützt gelagert werden und verliert mit der Zeit an Bildqualität. Größere Vorräte über das Haltbarkeitsdatum hinaus einzulagern, ist deshalb keine tragfähige Lösung.

Muss ich mein Röntgengerät komplett ersetzen?

Nicht zwingend. Mit Speicherfolien lässt sich in vielen Fällen die vorhandene Röntgeneinheit weiter nutzen und lediglich die Bildgebung digitalisieren. Ob das für Ihre Anlage möglich ist, prüfen wir gern individuell.

Was ist der Unterschied zwischen Speicherfolie und Sensor?

Die Speicherfolie ähnelt im Handling dem Film und wird nach der Aufnahme in einem Lesegerät ausgelesen. Der Sensor überträgt das Bild direkt und in Echtzeit an den Rechner. Beide Wege sind digital; sie unterscheiden sich in Ablauf, Flexibilität und Geschwindigkeit.

Reduziert digitales Röntgen die Strahlenbelastung?

In der Regel ja. Digitale Systeme kommen typischerweise mit einer geringeren Dosis aus als klassische Filmtechnik – ein Vorteil für den Patientenschutz und ein Argument in der täglichen Praxis.



Unser Tipp: Jetzt umstellen – solange Sie planen können

Die Ära der Röntgenfilme ist vorbei. Wer die Umstellung frühzeitig plant, hat die freie Wahl bei System, Zeitpunkt und Investition. Wer wartet, überlässt die Entscheidung dem Zufall. Lassen Sie uns unverbindlich über den passenden Weg für Ihre Praxis sprechen.


Änderungen und Irrtümer vorbehalten.


Gerne helfen wir Ihnen weiter.






Ihre Ansprechpartnerin

Ines Lipinski von S&N medical

Dipl.-Ing. Ines Lipinski
Vertriebsleitung Medizinische Systeme

Tel.: +49 381 24 29 242
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